» Perlen und Perlenschmuck

Schmuck wie Trauringe oder Halsketten zieht auch Perlenschmuck viele Frauen in seinen Bann. Perlenschmuck ist jedoch eine ganz besondere Schmuckart, denn im Gegensatz zu vielen klassischen Schmuckarten ist Perlenschmuck ein "natürlicher" Schmuck. Perlen entstehen natürlich in Austern oder Muscheln unter Wasser.

Heutzutage werden aber auch schon viele Perlenarten natürlich gezüchtet, das hat den Vorteil, daß diese Perlen deutlich günstiger sind, als die in der freien Natur "gewachsenen" Perlen. Der Grund ist denkbar einfach: Das Perlentauchen ist extrem gefährlich, da meist sehr sehr tief ohne Sauerstofflasche getaucht wird.

Zum ersten Mal in der Geschichte wird die Perle in den chinesischen Geschichtsbüchern erwähnt. Es heißt, dass König Yu Perlen als Tribut von einem Fluss erhielt. So steht es in dem Geschichtsbuch von Shu King, welches aus dem Jahr 2206 vor Christus stammt.

Überall waren Perlen zu dieser Zeit sehr geschätzt, ob in Indien, Persien oder der arabischen Welt. Im Islam hatte die Perle sogar die Symbolik der Jungfräulichkeit.
Auch die in der griechischen und römischen Mythologie waren Perlen weit verbreitet. Bei den Römern wurde sogar der griechische Name für Perlen als Titulierung für die Geliebte übernommen, welche fortan Magerita genannt wurde. Aus dieser Begebenheit heraus erhielt sogar eine ganze Serie von Muscheln in der folgenden Zeit den Namenzusatz „Margaritifera“.

Der Symbolcharakter der Perle stammt aus vielen alten Kulturen und ist bis heute noch erhalten geblieben. Im japanischen Raum steht die Perle für Glück, im indischen Raum steht die Perle für Kindersegen und in China steht die Perle gleich für drei erstrebenswerte Tugenden: Reichtum, Weisheit und Würde. Sogar in der Medizin fand die Perle schon zu dieser Zeit ihren Einsatz und wurde als Aphrodisiakum und als Heilmittel für Melancholie und Wahnsinn eingesetzt. So wurde die Perle unter arabischen Einflüssen im 8. Jahrhundert als Heilmittel eingesetzt. Die Perlen wurden zu Perlmilch verarbeitet und auch als Perlenpulver verwendet. So nimmt die Perle bis hin zur Mitte des 19. Jahrhunderts einen festen Platz in der Medizin ein und ist in vielen Lehrbüchern dieser Zeit zu finden.

Gerne wird die Perle auch als das Symbol für Tränen benutzt. In der sogenannten „Margaritomantik“, wo wir wieder eine Ableitung des Wortes Margerita finden, befasst man sich mit der Prophezeiung mit Hilfe von Perlen. Eine sakrale Bedeutung erlangte die Perle im Mittelalter. So galt die Perle als Zeichen der Gottesliebe und Ehrfurcht vor Gott. Selbst im neuen Testament erhielt die Perle ihren Platz. In der Offenbarung des Johannes heißte es: „und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, je eines der Tore war aus einer Perle, und die Straße der Stadt reines Gold, wie durchsichtiges Glas“.

Durch diese Niederschrift in den Büchern Gottes erlangten Sie auch eine Darstellungskraft, welche christliche Herrscher gerne einsetzten, um Ihre Macht zu zeigen und zu demonstrieren. Die Bildung der Perle in der Natur ist nicht genau geklärt. Früher nahm man an, dass ein in die Muschel eingedrungenes Sandkorn der Auslöser oder die Wurzel für die Bildung einer Perle sei. Diese Vermutung wird aber weitgehend von den Wissenschaftlern verworfen. Da die Muschel ja am Boden lebt, und an die Umstände des Bodens bestens angepasst ist, vermutet man heute, dass ein Sandkorn einem solchem Tier eigentlich nichts anhaben kann.

Es wird vermutet, dass Zellen der Muschel für die Perlenbildung verantwortlich sind. Diese Epithelzellen gelangen durch Verletzungen, welche durch Parasiten oder anderen Umwelteinflüsse entstehen, in das Innere der Muschel hinein und bilden dort immer noch Schalenbestandteile Diese lagern sich dann, meist rund, um die Zellen in Schichten an.

Wenn eine Perle durchgesägt wird, kann man Ihre Schichten sehen. Der „Lüster“, so nennt man den Glanz einer Perle, wird durch Lichtreflexionen erzeugt. Ihre Farbe hängt von ihrer Gattung, der Wassertemperatur und ihrem Lebensraum ab. Man findet die Perle in vielen Schattierungen, welche von weiß über gelb und von rosa bis grau reichen. Jedoch ist es Möglich, eine Perle, nachdem sie aus Ihrer Muschel genommen wurde, in allen erdenklichen Farben einzufärben. Keinesfalls dürfen Perlen Hitze, Laugen oder gar Säuren ausgesetzt werden, da sie diese zerstören.
Die Bezeichnung „echte Perle“ dürfen nur natürlich entstandene Perlen erhalten. Perlen die aus einer Zucht stammen erhalten diese Bezeichnung also nicht.

Gerne spricht man bei der echten Perle auch von der „Orient-Perle“. Selbst eine Akoya-Perle ist eine Zuchtperle. Diese Perlen sind zwar im Meer gewachsen, dürfen aber trotzdem nur als Zuchtperle verkauft werden. Die Akoya-Muschel wird nun schon seit einigen Jahren im Chinesische Meer gezüchtet. Ursprünglich stammt sie aus Japan. Im Vergleich mit der Südsee- und Tahiti perle ist festzustellen, dass sie weitaus weniger Perlmutt absondert und die Perlmuttkernbeschichtung deswegen wesentlich dünner ist. Als bei den anderen beiden Muscheltypen. Wenn eine Perle unregelmäßig geformt ist, spricht man von „Barock-Perlen“.

 






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